Archiv

Nadine Gordimer


Eine starke Frau die sich für Menschrechte stark einsetzt und als Mitstreiterin für die Abschaffung der Apartheid in Südafrika kämpfte

In der Nähe von Johannesburg in Springs wurde Nadine Gordimer als Tochter jüdischer Eltern am 20. November 1923 geboren, wo sie in einer Bergmannssiedlung aufwuchs. Ihr Jiddisch sprechender Vater hatte deutsche Schulen besucht, war Uhrmacher und stammte aus Litauen. Ihre Mutter kam aus England. In ihrem Geburtsort besuchte Nadine Gordimer die Tagesschule eines Klosters und unternahm schon früh mit Kindergeschichten ihre ersten schriftstellerischen Gehversuche. Mit 15 Jahren publizierte sie erstmals ihre Erzählungen. Während eines Schnupperstudiums an der Fakultät für Geisteswissenschaften in der Witwatersrand- Universität lernte sie 1945 den Schriftsteller Uys Krige kennen. Dieser ermöglichte es ihr einige ihrer werke in dessen Literaturjournal zu veröffentlichen.

Erste Veröffentlichungen 1949

„Face to Face“- ihre erste Kurzgeschichtensammlung erschien 1949 auf dem Buchmarkt. In renommierten US- Magazinen ( The Yale Review / The New Yorker Magazin) erschienen ab 1950 zahlreiche ihrer Erzählungen und ihr erster Roman „The Lying Days“ kam 1953 heraus.
Mit der Realität der Apartheid seit ihrer Kindheit konfrontiert, beschreibt sie mit seismographischer Sensibilität in ihren Büchern schwarze und weiße Opfer des Rassismus.


International mit Preisen bedacht, bei dem Apartheitsregime verboten

Öffentlich für die Gleichberechtigung der schwarzen Südafrikaner eintretend, entwickelte sie sich zur politischen Schriftstellerin. Ihre Romane kamen immer wieder auf den Zensurindex und wurden zum Teil in Südafrika verboten. 1979 bedurfte es Proteste berühmter Schriftsteller wie beispielsweise Heinrich Böll das Publikationsverbot für den Roman Burgers Tochter aufheben zu lassen. Auf internationaler Ebene wurde sie mit zahlreichen renommierten Preisen bedacht und erhielt für ihr Werk im Jahr 1991 als siebte und nach 25 Jahren erste Frau den Nobelpreis für Literatur.
Mitglied im African Natinal Congress ANC Bei vielen weißen Südafrikanern stieß sie auf Unverständnis, als sie im gleichen Jahr dem wieder zugelassenen ANC beitrat und mit ihrem Bekenntnis zum radikalen Flügel der Organisation zu Zeiten als diese noch unter Verbot stand, erregte sie die Gemüter.
Der ANC trat 1994 an sie heran um sie als Kandidatin für die ersten demokratischen, freien Wahlen aufzustellen. Mit der Begründung sie sei keine Politikerin sondern Schriftstellerin lehnte sie das Angebot ab, wirkte jedoch weiterhin schreibend und aktiv in vielen Organisationen an der Veränderung zum neuen Südafrika mit.
In zweiter Ehe ist Nadine Gordimer seit 1954 mit dem Kunstgalerieinhaber Reinhold Cassirer verheiratet, Mutter eines Sohn und einer Tochter.


Einige der Veröffentlichungen:

1949 Face to Face - Kurzgeschichte
1952 The Soft Voice of the Sepent – Erzähl. – dt.1995 „Die sanfte Stimme der Schlange“
1953 The Lying Days – Roman - in deutscher Sprache 1956 „Entzauberung“
1956 Six Feet of the Country – Erzähl. –dt. 1959 „Sechs Fuß Erde“
1958 A World of Stangers – Roman - dt. 1962 „Fremdling unter Fremden“
1960 Friday`s Footprint – Erzählungen
1963 Occasion for Loving – Roman – dt. 1983 „Anlass zu lieben“
1965 Not for Publication – Kurzgesch. – dt. 1997 „Nicht zur Veröffentlichung“
1966 The late Bourgeois World – Roman – dt. 1994 „Die spätbürgerliche Welt“
1970 A Guest of Honour – Roman – dt. 1986 „Der Ehrengast“ 1972 Livingstone`s Companions – Kurzgesch. – dt. 1998 „Livingstones Gefährten“
1972 The Conservationist – Roman – dt. 1977 „Der Besitzer“
1979 Burger`s Daughter – Roman – dt. 1981 „Burgers Tochter“
1981 July`s People – Roman – dt. 1982 „Julys Leute“
1984 Something Out There – Erzählungen
1986 Lifetimes. Under Apartheid – Essays - dt. 1987 Leben im Interregnum
1987 A Sport of Nature – Roman – dt. 1987 „Ein Spiel der Natur“
1988 The Essential Gesture – Essays
1990 My Son`s Story – Roman – dt. 1991 „Die Geschichte meines Sohnes“
1991 Jump – Erzäh. – dt. 1992 „Die endgültige Safari“
1991 Crimes of Conscience – Erzählungen
1994 None to Accompany Me – Roman – dt. 1995 „Niemand, der mit mir geht“
1995 Writing and Being – dt. 1997 „Schreiben und Sein“
1997 The House Gun – Roman – dt. 1998 „Die Hauswaffe“


Einige der wichtigsten Auszeichnungen:

1961 W.H. Smith Literary Award
1969 Thomas Pringle Award
1971 James Tait Black Memorial Prize
1974 Booker Prize
1974 CNA Literary Award
1975 Grand Aigle d`Or
1979 CNA Literary Award
1980 Ehrendoktor der Universität Löwen
1981 CNA Literary Award
1981 Modern Language Association Award
1985 Malaparte – Preis
1985 Nelly- Sachs- Preis
1987 Officier des Ordre des Arts et des Lettres
1987 Bennett Award – USA
1990 Benson Medal, Royal Society of Literature
1991 CNA Literary Award
1991 Literatur Nobelpreis
1992 14. Ehrendoktortitel in Cambridge


Wichtige Ämter und Mitgliedschaften:

1979 Vizepräsidentin des internationalen PEN- Clubs
Mit ihrem 1988 verstorbenen Kollegen Alan Paton leitete sie den PEN-Club in Südafrika
Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Science
Mitglied des ANC seit 1990
1998 zur Sonderbotschafterin des UNDP (United Nations Development Program) ein Entwicklungsprogramm der UNO ernannt.

 

lion

© 2001-2006 by HADIT, Durban,RSA&Mülheim,GERMANY Alle Rechte vorbehalten.Kopieren oder Verwenden der Texte und Bilder nur mit schriftlicher Genehmigung der Autoren.

wissen.de