Eintauchen in die Geheimnisse fremder Kulturen Teil 2


Wenn der Mond das Kind sieht

Bei Kosi Bay, einer Seenplatte in Maputaland an der nördlichen Küste KwaZulu Natals, lebt das Volk der Tembe-Tonga. Sie sind unter anderem bekannt für ihre 600 Jahre alten Fischfangmethoden. Mit Hilfe eines komplizierten Systems aus Schilf und Körben errichten sie Fischfallen, in denen allmorgendlich die Fischer ihre Ausbeute ernten. Die Ehrfurcht, mit der die Tonga Leute ihre Umwelt betrachten, zeigt sich in dem ukubonisa inyanga genannten Ritual - der Mond erblickt das Kind -. Gleich nachdem ein Baby auf die Welt kommt, wird es zum Meer gebracht. Eine Welle wäscht über den kleinen Erdenbürger, bevor er dem ersten Mond, der nach seiner Geburt über dem Ozean aufgeht, gezeigt wird. Für an der authentischen Lebensweise der Tembe-Tonga Leute in Maputaland Interessierte ist Kosi Bay geradezu ein Muss. Der Anthropologe David Webster, der von einem der Todeskommandos der Apartheidregierung ermordet wurde, machte während der 1980er Jahre weitreichende Feldarbeit in diesem Bereich. Die Menschen, die in dem Kosi Bay Gebiet gelegenen Banganek leben, errichteten zu seinem Gedenken ein Touristen Camp um sein Haus in dem er lebte und arbeitete. Dieses Zeltlager befindet sich am Ufer des Bangazi Sees, dem größten Gewässer des Kosi Bay Systems, und liegt nur einen Fußmarsch vom schönen Strand entfernt, wo alljährlich die vom Aussterben bedrohten Lederschildkröten und Unechten Karettschildkröten ihre Eier ablegen und ihre Jungen schlüpfen. In kleinen geführten Gruppen ist es möglich dieses Schauspiel zu beobachten.

Auf Shakas Spuren

Weiter südlich in derselben Provinz befindet sich, in malerischer Landschaft, der vier Sterne Hotelkomplex Shakaland. Nicht ganz so zwanglos und spontan wie das Kosi Bay Projekt, jedoch außerordentlich reizvoll zeigt sich das aus 40 Hütten bestehende Umuzi –Dorf-. Das für die Produktion des Monumentalfilmes Shaka Zulu 1984 errichtete Kulturdorf ist der Nachbau einer kompletten Zuluheimstätte vor etwa 200 Jahren mit allem was dazu gehört. Zwei mehrstündigen Programme sorgen dafür, dass der Gast das Gefühl bekommt er lebe in einem typischen Zuludorf. Eine Einführung gibt zu Beginn ein Video mit einer Zusammenfassung des Films Shaka Zulu. Geschulte Führer erklären auf der Tour durch das Dorf die Hierarchie des Kraals, Shakas erfolgreiche Kampfstrategien und das soziale System des Zuluvolks. Besucher werden Zeugen bei der Herstellung von Töpferwaren und Perlenarbeiten, erleben die traditionellen Stockkämpfe der Krieger und das Herstellen von Bier. Der Höhepunkt ist die Vorführung unterschiedlicher vibrierender Tänze bei Fackelschein in der bienenkorbförmigen Haupthütte. Übernachtet wird in traditionellen, luxuriös ausgestatteten Hütten.


Photo: HADIT