Eintauchen in die Geheimnisse fremder Kulturen Teil 3
Botshabelo - die Zuflucht
In Mpumalanga, etwa 12 Kilometer westlich von Middelburg befindet sich Botshabelo. Der Name bedeutet Zuflucht und es war die Stelle am Ufer des Klein Olifant Flusses wo 1865 zum Christentum konvertierte Bapedi Schutz vor dem Häuptling Sekhukhune suchten. Botshabelo wurde von zwei deutschen Missionaren der Berliner Missionsgesellschaft, Alexander Merensky und Heinrich Grutzner gegründet. Um sich selbst und ihre Anhänger vor Übergriffen zu schützen konstruierten die beiden Missionare zunächst ein Fort, das sie nach dem preußischen König Fort Wilhelm nannten. Dieses Fort, eine einzigartige Mischung aus Sotho und westlicher Architektur ist heute als Fort Merensky bekannt.
Bis 1873 entwickelte sich die Missionsstation zu einem Stelle mit einer prächtig gedeihenden Gemeinschaft, indem sie neben der Landwirtschaft und ihren eigenen Postdienst, eine Druckerei, Bäckerei, Ziegelei und Mühle betrieben. Im Laufe der Zeit war die Station dem Niedergang geweiht und 1960 zog sich die Berliner Missionsgesellschaft zurück. Mit Hilfe der Simon Van Der Stel Foundation und der lokalen Regierung wurde das Gelände erworben, restauriert und dient nun als ein wichtiger Museumsstandort.
Um die Jahrhundertalte Stammeskultur der Süd-Ndebele darzustellen und zu bewahren, die in seiner Originalform kaum noch existiert, ließ der Stadtrat von Middelburg zudem ein typisches Ndebele Dorf errichteten. Dieses Freiluftmuseum zeigt in mehreren Phasen die architektonische Entwicklung der einzigartigen, farbenfrohen Ndebelehütten. Mit Erlaubnis der Bewohner ist es auch möglich einen Blick hineinzuwerfen. Selbstverständlich gehören Tänze und Gesänge, sowie auch Erklärungen und Beispiele zur Lebensweise der Ndebele zu einem Besuch dieses Ortes. Das erst vor wenigen Jahren eröffnete Restaurant bietet zahlreiche lokale Gerichte.
Amandebele Cultural Village
Ein weiteres Ndebele Dorf liegt unweit von Cullinan, nordöstlich von Pretoria. Das Amandebele Cultural Village bei Bronkhorstspruit bietet umfangreiche Demonstrationen traditioneller Handwerkskunst, inklusive der bekannten Perlen- und Webarbeiten bis hin zur unvergleichlichen Fertigkeit der Hüttenbemalung. Die Dorfbewohner tragen traditionelle Kleidung sowie ihren prunkvollen Kopf- und Körperschmuck.
Wie einst die Pioniere
Eine nostalgische Reise in die Vergangenheit führt, durch eines der legendenreichsten Täler Zululands - dem großartigen Mfule Flusstal, nach Simunye bei Melmoth, ebenfalls in der Provinz KwaZulu Natal. Simunye bedeutet soviel wie - wir sind eins. Bei Sonnenuntergang auf dem Pferderücken, oder im Wagen von Ochsen oder Eseln gezogen, durch das in der Umarmung hoher schützender Felsen liegende Tal, verbreitet bereits der Weg zur Unterkunft, eine fast mystische Atomsphäre und einen Hauch längst vergangener Tage.
Zulus in traditioneller Kleidung bieten dem Besucher ein wahrhaft warmes afrikanisches Willkommen. Es ist nicht schwer sich, anbetracht der temperamentvollen Tänze und der unglaublich brillanten Stimmen, die von den magischen Hügeln widerhallen, mitreißen zu lassen. Aromatische Gerichte bei Kerzenlicht von Dorfbewohnern serviert und faszinierende Zululegenden im Schein des Lagerfeuers lassen den Tag märchenhaft ausklingen. Während des Dampfbades in der eigenen Steinwanne erfüllt der rhythmische Klang der Trommeln die afrikanische Nacht. Nach einem erholsamen Schlaf in komfortabler Unterkunft, birgt das Erwachen in Simunye neue, schöne Überraschungen, ganz im Geist der Pioniere. Unterhaltsame Führungen, gleich nach einem herzhaften Frühstück, bieten erstaunliche Informationen und Erfahrungen, aus dem Leben der Zulu und der Zeit, als Zulu- und westliche Kultur erstmals aufeinander trafen. Dazu gehören auch spannende Darbietungen der Sitten und Gebräuche, Zulu-Stockkämpfe, zeitlose Rituale des örtlichen Sangoma, sowie Nguni Rinder bei der Feldarbeit und vieles mehr.
Bilder mit freundlicher Genehmigung von
HADIT