Ein einmaliges Gesamtwerk
über Südafrika
Von Südafrika fasziniert haben sich die Autoren etwas ganz besonderes ausgedacht.
"Es ist einfacher etwas zu lieben was man kennt und versteht".
Unter diesem Motto ist nach jahrelanger Recherche ein einzigartiges Nachschlagewerk zum
Thema Geschichte und Kulturen Südafrikas entstanden.
Weitere Infos zur CD
Weihnachten mit Charly
Wir beschlossen uns den Rummel in Durban nicht anzutun, stattdessen, wie schon häufig zuvor,
zur Entspannung in den Krügerpark zu fahren. Bis zu unserer Ankunft in Berg en Dal Camp hegten
wir noch die Vorstellung, dass auch in Südafrika die meisten Leute Weihnachten mit ihren Familien
Zuhause verbringen. Schnell wurden wir eines Besseren belehrt. Sie verbringen diese Tage zwar mit
der Familie, doch in diesem Jahr schienen sich alle Südafrikaner und zahllose Touristen entschieden
zu haben dies im Krügerpark zu tun. Am nächsten Morgen packten wir unsere Sachen wieder ein und zogen
weiter Richtung Norden. Es erwies sich als gute Entscheidung. Gleich nachdem wir den von uns
userkorenen Platz, den ein ca. 80 Zentimeter langer Waran zunächst verbissen verteidigte, in Besitz
nehmen konnten, bauten wir unser Zelt auf. Unmittelbar am Zaun, der das Camp umgibt und geschützt
vor der unerbittlichen Sonne des Tages unter niedrigen Bäumen hatten wir einen Logenplatz.
Wasser und Stromanschluss direkt hinter dem Zelt und die Waschräume noch vor dem Horizont.
Auf unserer nachmittäglichen Pirschfahrt entdeckten wir eine Ebene in der große Zebra- und Gnuherden grasten und für uns stand fest, gleich morgen früh werden wir direkt hierhin fahren. Zurück im Camp hatten wir inzwischen Nachbarn bekommen. Die junge Frau, vermutlich aus England, wies uns ganz aufgeregt auf eine Hyäne hin, die sich in unmittelbarer Nähe des Zauns aufhielt. Wir wussten, dass es nichts Ungewöhnliches ist, dass Hyänen, angezogen vom Geruch gegrillten Fleisches, an späten Nachmittagen gerne die Camps umstreifen.
Am nächsten Morgen, in aller Herrgottsfrühe, machten wir uns auf den Weg zu der Stelle vom Vortag. Obwohl die Sonne noch nicht aufgegangen war, zeigte das Thermometer bereits 24°C Grad an. Zusätzlich zu den Herden war die Beobachtungsfahrt außerordentlich erfolgreich und ließ keine Wünsche offen. Völlig übermannt von den Eindrücken und erschöpft von der Hitze fuhren wir am späten Nachmittag zurück zum Camp. Kaum waren wir aus dem Auto ausgestiegen, als unsere Nachbarin vom Vortag auf uns zukam. ,Sie wolle uns nur mitteilen, dass „unserer Charly“ heute schon früher da gewesen sei.` Artig bedankten wir uns für die Nachricht und überlegten, ob es nicht an der Zeit wäre sie darüber aufzuklären, dass es nicht „unsere Hyäne“ sei und wir jede Hyäne Charly nannten. Später.
Während mein Mann sich auf den Weg machte um Eis für unsere Kühlbox zu holen, machte ich mich daran das Abendbrot vorzubereiten.
Ich setzte mich vor unser Zelt und begann Kartoffeln zu schälen. Im gleichen Moment erschien „Charly“,
schaute mich interessiert an und ließ sich nieder. Leise und beruhigend sprechend, saß ich da,
verrichtete meine Arbeit und beobachtete das Tier. Es dauerte nicht lange und die Hyäne legte sich
flach auf den Boden, die dicke Knopfnase durch die Maschen des Zauns gesteckt. Völlig entspannt,
mich mit den großen schwarzen Augen, etwas müde ansehend, erinnerte sie mich eher an einen Dackel,
als an ein Raubtier. Lediglich die großen, runden Ohren bewegten sich hin und wieder wachsam.
In dieser harmonischen Situation wies nichts auf eine verschlagene, geifernde Bestie, wie Hyänen
häufig dargestellt werden, hin. Auch von den gefürchteten Zähnen, die mit einem Biss selbst
stärkste Knochen zerteilen war nichts zu sehen. Nichts konnte unsere Idylle stören.
Es fiel mir schwer nicht meinem Gefühl nachzugeben und ihr über die Schnauze zu streicheln,
ich hätte dazu nicht einmal aufstehen müssen. Irgendwann verließ mich „Charly“ und die inzwischen
herumstehenden Beobachter entspannten sich und sprachen wild durcheinander.
Nach dem Abendbrot saßen wir noch gemütlich mit einem Glas Wein beim Feuer, ließen den Tag Revue passieren und lauschten den Buschgeräuschen der Nacht, als wir plötzlich Bewegungen hinter dem Zaun wahrnahmen. Bei genauerem Hinsehen erkannten wir im Schein des Feuers eine Gruppe von sechs Hyänen, die es sich dort gemütlich gemacht hatte – Charly und Familie. Es gelang uns nicht die Nachbarin zu überzeugen, dass Charly nicht „unsere Hyäne“ war. Wichtig Hinweis: Wildtiere niemals anfassen oder füttern.
Foto: HADIT

© 2001-2006 by HADIT, Durban,RSA&Mülheim,GERMANY Alle Rechte vorbehalten.Kopieren oder Verwenden der Texte und Bilder nur mit schriftlicher Genehmigung der Autoren.